Keinen Fußbreit …

Seine politische Überzeugung auf Facebook zu äußern ist ja relativ einfach. Man „liked“ eine Seite oder man sagt die Teilnahme an einer Veranstaltung zu, die den Charakter einer Kampagne hat. Was von vielen politisch interessierten Menschen müde belächelt oder sogar teilweise verachtet wird, finde ich persönlich ganz ok. Es ist ein Statement und wenn viele dieses Statement abgeben, dann kann ich als Politiker (theoretisch zumindest) meine Schlüsse ziehen, wo ich mit meiner Meinung stehe. Das Mittel des „Meinungsbildes“ ist ein guter und nützlicher Brauch bei uns in der Piratenpartei.

Leider hat dieses politische Ausdrucksmittel auch seine Schattenseiten und da es mich jetzt schon zweimal in kürzester Zeit erwischt hat, werde ich in Zukunft ganz genau nachschauen, wer hinter einer Kampagne steht. Was war passiert?

Jemand machte mich darauf aufmerksam, dass mein Name als Teilnehmer folgender Veranstaltung auftaucht, was denjenigen sehr befremdete…

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…und tatsächlich liegt mir so etwas völlig fern. Am linken Rand sind zudem nur Leute aufgeführt, die ich a) kenne und b) ebenfalls nicht als einer derartigen Kampagne zustimmend ansehe. Wie zum Henker kam meine Name da rein? Ehrlich gesagt – ich weiß es nicht …

Die einzige ähnlich lautende Kampagne, die ich einmal unterstützt hatte war diese hier …

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…die sich gegen die Instrumentalisierung von Kindern für Nazipropaganda richtet. Also aufgemerkt: Eine Kampagne gegen Nazis!

Manchmal gibt es ja zu ein und dem selben Thema mehrere Aufrufe. Manchmal klickt man geistesabwesend nochmal hin, weil man den ursprünglichen Entwurf ja kennt und damit einverstanden war. Ist es möglich, dass dies das Vehikel ist, mit welchem dieses braune Pack ihre Klickzahlen erheischen? Das wäre m.M.n. juristisch anfechtbar und wenn es kurioserweise über das von mir so verhasste Urheberrecht begründet wäre. Naja, ich bin kein Jurist…

Ein weitaus schwerwiegender Fall ist juristisch kaum anzugehen, aber natürlich trotzdem vermeidbar, wenn Facebook handeln würde.

Im vorliegenden Fall unterstützt die NPD eine Kampagne auf Facebook und linkt auf diese von ihrer eigenen Seite aus. Die Seite der Kampagne wird somit vollfunktional in die Naziseite eingebettet. Das sieht dann so aus…

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…et voilà, schon sieht es so als ob ich und Freunde von mir irgendeine braune Scheiße unterstützen würden. Hier braucht es keine Verschwörungstheorie um darauf zu schließen, dass dieser Effekt natürlich gewollt ist.

Zu verhindern wird dies wohl nicht sein, schließlich ist die ursprünglichen Kampagne ja durchaus legitim und man wird einer Nazidumpfbacke wohl nicht verbieten können, ab und zu mal einen vernünftigen Gedanken auszuprägen (in der Hoffnung, dass dies das bißchen Resthirn eines solchen Morlocks zum glühen bringt). Aber das Facebook gleich eine Reihe von Unterstützern darauf abbildet, muss wirklich nicht sein.

Nun, für mich ist dies eine Lehre und bedeutet für Euch: Nicht böse sein wenn ich der, sicherlich gut gemeinten Einladung für eine Kampagnenunterstützung auf Facebook nicht mehr nachkomme. Es sei denn IHR seid der Initiator.

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