Im Stadion der Gast-Freundschaft …

Nun auch noch ein paar Worte zum fast perfekten Tag am vergangenen Samstag in der Lausitz. Das dieser Tag brilliant war lag‘ natürlich am Wetter…

und am magischen FC, der endlich mal einen souveränen Sieg davontrug.

Obwohl die Jungs nicht gerade spielerisch glänzten war der Sieg in keinem Moment gefährdet und so wurde es das was ich mir seit einiger Zeit am meisten wünsche – ein langweiliger aber herzschonender Kick.

Aber am Tollsten war die mitreisende Gesellschaft bestehend aus Piratenbrigadisten und solche, die es schlussendlich auch werden werden …

Der Zug nach Cottbus war schon auf dem Hinweg zum Bersten voll, aber das tat dem Spaß keinen Abbruch…

 …schließlich ist die Lausitz von Berlin aus gesehen quasi umme Ecke, wir hätten ja auch das Schiff nehmen können.

Vom Bahnhof weg schlug uns dann die gesammelte Paranoia deutscher Sicherheitstrottel entgegen. Gut, man muss konstatieren, dass die Rennleitung höflich war und sehr bemüht ihr martialisches Auftreten mit netten Worten zu kompensieren und der Fußweg vom Bahnhof zum Stadion war ausgesprochen bequem. Ob man allerdings für Fußballfans 2 (in Worten: Zwei) Hubschrauber als Geleitschutz benötigt erschließt sich mir nicht. Beim Stadion angekommen gab es zunächst zwei nette Überraschungen. Erstens hörte man Metallica im Stadion trällern und zweitens gab es tatsächlich eine richtige Gepäckaufbewahrung, also bei Weitem mehr Organisation als wie zuletzt in Braunschweig, aber das Betreten des Stadions erwies sich leider als das Allerlächerlichste was ich bislang als Fußballfan erleben musste …

Nicht nur dass z.B. jedes Geldbeutelfach durchsucht wurde, mussten wir auch noch unsere Schuhe ausziehen, die von den Schergen eingehend untersucht wurden. Also ich habe dafür kein Verständnis mehr, nicht das geringste. Wenn man als Fußballfan einem solchen Generalverdacht ausgesetzt wird und wie ein Schwerverbrecher vor der Verhaftung behandelt wird, ist für mich das Maß voll und es muss angeprangert werden. Meine Reaktion und die derjenigen, die sich dieser Demütigung unterziehen müssen ist genau das Gegenteil dessen was erreicht werden soll, ich werde durch solche Maßnahmen eher radikalisiert und das löst eben diese Gewaltspirale aus, die man eigentlich verhindern will. Und mir ist es auch scheißegal, wer für diesen Unfug schlussendlich verantwortlich ist, es gibt hierfür Personifizierungen und das sind die kurzhaarigen Ordnerdienste, die Polizei und schließlich die Schlipsträger der DFL und diese sind in meiner Achtung und in meinem Respekt auf einem Niveau, welches man nur noch als unterirdisch bezeichnen kann.

Dies war der Wermutstropfen an diesem bis dato sehr schönen Tag und natürlich trat der Ärger in den Hintergrund angesichts der vielen Highlights des Tages …

YNWA beim 4:1 Auswärtsieg in Cottbus 01.10.2011

Nach dem Spiel mussten wir vor dem Stadion sehr lange warten, da einer unserer mutmaßlich zukünftigen Piratenbrigadisten dem Garderobenfrieden nicht traute und sein Ränzlein einem befreundeten Vehikel anvertraute, welches sich anscheinend irgendwo auf einer Gurkenplantage im Spreewald befand. Jedenfalls fuhren so langsam alles Gästefanbusse ab und auch die Rennleitung verabschiedete sich, so dass wir auf einmal alleine dastanden und uns völlig schutzlos, durch die brandenburgische Provinz auf den Weg zum Bahnhof machen mussten. Angesichts des großen Team-Green-Aufgebots bei der Anreise war uns natürlich ganz schön mulmig und einige einschlägige Visagen auf der Gegengerade bestätigten geradezu klassisch das Image was den Ostvereinen (leider) bis heute anhaftet, doch welch‘ ein Wunder: Sonnenverbrannt und durstig, jedoch heil und unversehrt kamen wir schließlich am Cottbuser Bahnhof an und enterten sogleich den polnischen EC zurück in die Hauptstadt…

…der nicht ganz so voll war, wie auf der Hinreise, aber zumindest so voll, dass wir in der ersten Klasse auf dem Boden Platz nahmen wo wir noch ein paar sehr nette Menschen kennen lernten. Mit einem kurzen Umweg über den Berliner Hauptbahnhof kamen wir schließlich hungrig und durstig ins Oberbaumeck, wo es dann schließlich saumäßig spät wurde …

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