Fantasy Film Fest Nights 2011 – Tag 1

Seit Wochen löchert mich die Gefährtin, dass ich mir die Filmauswahl der diesjährigen „Nights“ des Fantasy Film Fests vornehme und eine Auswahl treffen soll. Für den ersten Tag fiel unsere Wahl auf den irisch-britischen Eröffnungsfilm „Wake Wood

Nachdem ihre Tochter Alice an ihrem Geburtstag von einem Hund totgebissen wird ziehen die Eltern Louise und Patrick in das verschlafene Nest Wake Wood, wo Lousie Zeuge eines Rituals wird bei dem es möglich ist Verstorbene für 3 Tage zurückzuholen um so den Angehörigen die Gelegenheit zu geben sich vernünftig von ihnen zu verabschieden. Die „Zurückgeholten“ sind keine Zombies und das Ganze läuft eigentlich in einem „entspannten“ Rahmen ab. Der einzige Haken: Die Angehörigen dürfen den Ort Wake Wood danach nicht  mehr verlassen…

Der Film ist wirklich klasse, sowohl von der Story als auch vom Setting her. Es ist klar, dass in Bezug auf Alice alles schief geht, weil Vati & Mutti es nicht gebacken kriegen sich an die einfachsten Regeln zu halten. Das ist das einzig nervtötende Element, wobei sich rausstellt, dass der Fehler eigentlich wo ganz anders lag und fernab jeder herzzereissenden Eltern-totes-Kind-Tragik die Story trotzdem vorangetrieben hätte. Schwamm drüber, der Film ist solider Horror und eine klare Empfehlung. Ok, der Schluss ist ein wenig zu sehr auf ein eventuelles Sequel ausgelegt, aber trotzdem – Anschauen!

Danach musste ich erstmal ins Oberbaumeck hetzen, denn es war ja Samstag 15.30h und der magische FC spielte in Frankfurt. Ähnlich wie Frau @Jeky will auch ich nicht darüber reden, deshalb einfach…

…und zwar halten derselben 🙁

Eigentlich wäre es das FFFN-mäßig gewesen, da der zweite von mir anvisierte Film „Burke and Hare“ war nämlich am Freitag, als ich die Karte besorgen wollte, völlig ausverkauft. Zum Glück haben wir nochmal gefragt und siehe da, es kamen wohl noch Karten aus Reservierungen zurück, so dass wir also schließlich um 20.00h nochmal im Cinestar am Potsdamer Platz antreten durften … ich allerdings mit ein paar Frust-Astras im Kopf, was für diesen Film schlussendlich kein Fehler ist …

… denn das machte ihn nur noch lustiger :-). Der Film basiert auf den historischen Figuren der beiden berühmt berüchtigten irischen Grabräubern im Edinburgh des anfangenden 19. Jahrhunderts. Die Fiktion des Films macht aus den beiden Spießgesellen zwei sympathische Gesellen, die die Edinburgher Medical School mit frischen Leichen für deren Lehre und Forschung versorgen. Simon Pegg, Andy Serkis, Tom Wilkinson, Tim Curry, Jessica Hynes, Christopher Lee u.a., das Line-Up bürgt schon mal für Qualität und der Film ist ein herrlicher Spaß gedreht in einer tollen Kulisse. Diesen Film muss man im Original sehen, denn die schottischen und irischen Dialekte tun ihr Übriges für eine großartige Atmosphäre. Das anschließende Q&A mit Regisseur John Landis war das Tüpfelchen auf dem i dieses, zumindest cineastisch, gelungenen Tages, was für ein überaus sympathischer Mensch!

Bestürzend hingegen sind die Preise: 9,– Euro pro Film, dass wird langsam ziemlich massiv, aber der Run ist da und die Tickets werden verkauft.

Zudem wird dieses Raus- und Reingehopse zwischen den Filmen immer lächerlicher. Es hat sich durchgesetzt seine Plätze mit Jacken etc. zu reservieren, was es für die neu Hinzugekommenen sehr schwer macht zusammenhängende Lücken zu finden. Warum kann man die Leute nicht sitzen lassen und die Karten vor der Öffnung im Saal kontrollieren?

Und ein weiteres Unding, welches schon beim letzten FFF Probleme bereitete und unter die Kategorie „schöne neue Welt“ gehört. Die digitale Technik funktioniert einfach nicht zufriedenstellen im Vergleich zur guten alten 35mm-Filmrolle. Heute werden kodierte Festplatten verschickt, wobei die Technologien sehr oft einfach inkompatibel sind oder die Keys zum dechiffrieren passen nicht. In Hamburg musste wieder 300 Zuschauern die Eintrittsgelder zurückgezahlt werden, weil die technischen Probleme nicht rechtzeitig gelöst wurden. Es ist ein Jammer, über die Gründe muss man kein Wort verlieren, die sind bekannt und können unter Kommerzgedudel subsummiert werden. Mein Tipp: Diese Studios boykottieren, die mit so einem Murks arbeiten. Gerade auf dem Fantasy Film Fest trauert bestimmt niemand den Majors hinterher. – Es lebe der Independent Film!!

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