Heimspiel

Mal wieder hat sich ein Wochenende zum Klassiker entwickelt und jetzt, nachdem ein wenig die Verzückung darüber dem Alltag gewichen ist, ist es nun an der Zeit die Ereignisse entsprechend zu würdigen.

Es fing ja schon mal nicht schlecht an, als ich am Freitag nach ca. 5 Monaten Kampf & Krampf eine weitere, naja… sagen wir mal aufschlussreiche, Lebensabschnittserfahrung überraschend erfolgreich beendete um dann am Abend nach einer längeren Absenz mal wieder meine alte Heimat Stuttgart zu besuchen. Der Abend endete ziemlich unspektakulär, wobei das einzige Highlight war, dass meine Mutter bemerkte, dass ich nun doch auch Falten bekomme – Dankeschön!

Bevor dann am nächsten Tag der große Event anfing, war zuerst natürlich noch der magische FC dran und zum ersten Mal habe ich mir das Spiel komplett über den immer hervorragenden AFM-Stream reingezogen bei gleichzeitiger visueller Untermalung mittels eines russischen Live-Streams der ca. 1,5 Minuten den tatsächlichen Geschehnissen auf dem Platz hinterherhing. Für mich, als eher visueller Mensch, war das eigentlich sehr entspannend, zumindest bis zu dieser unsäglichen 89. Minute. Dieses Spiel hatte keinen Sieger verdient und dieser vergagelmannte Glückstreffer war unnötig wie ein Kropf. Man muss vielleicht wirklich positiv anmerken, dass beide Mannschaften die ganze Zeit auf Augenhöhe spielten und dies angesichts der Tabellenpositionen eindeutig für die Boys in Brown spricht. Dass das Niveau dieser Augenhöhe knapp unterhalb der Graßnarbe, respektive der Ackerkrume lag, muss man ja nicht explizit erwähnen. So muss nun eben dieses Wochenende der Club aus Nürnberg die Punkte abliefern1 und gegen Stuttgart werde ich dann wieder von der Nord aus mitkämpfen…

Aber selbst dieser Grottenkick, genauso wenig wie die latente Erkältung, konnte nicht meine Euphorie und Vorfreude trüben auf das was nun kommen sollte, nämlich das

2. Jugendhaus Revival im (heutigen Kinder- und) Jugendhaus Stuttgart-Vaihingen

ein Ort der zwischen 1982 und 1989 so etwas wie mein Wohnzimmer war und an dem ich stellenweise mehr Zeit verbrachte als Zuhause.

Das Jugendhaus war eine Institution in Stuttgart-Vaihingen. Es waren die 80iger Jahre, eine Zeit in der Finanzknappheit der Kommunen noch ziemlich unbekannt war und deshalb gab es ein Haus, welches auf 3 Stockwerke alles anbot, was man als Jugendlicher und junger Erwachsener so haben wollte. Proberaum, Tischtennisraum, einn gut gepflegten Kicker, Fotolabor, Holzwerkstatt, KfZ-Werkstatt, Fussballplatz (Rasen!) und nicht zu vergessen, die Teestube, ein klasse Plätzchen für Petting (gibt’s das eigentlich heute noch?). Es war die Zeit der Mofas und des ewigen Katz- und Mausspiels mit den Rau-Reitern wegen „Frisierens“ derselben und der illegalen Mitnahme einer Sozia. Zumindest der zweite Punkt hatte sich dann mit dem Erwerb einer 80iger erledigt und das war auch unheimlich wichtig, denn sonst hätte das mit den Hormonen böse geendet. Überhaupt war das eigentlich eine tolle Zeit, überall war Rauchen erlaubt und ab 18.00h gab’s Bier an der Theke. Wir haben stundenlang Doppelkopf, Fussball oder Kicker gespielt und alle 4 Wochen (oder 14 Tage?) gab’s die berüchtigte Jugendhaus-Disco.

Diese war eine 100%ig kompatible Veranstaltung zur normalen kommerziellen Disco „in der Stadt“ und selbst jenseits der Volljährigkeit noch ein beliebter Treffpunkt. Diejenigen, die dabei waren erinnern sich noch zu gern an diese überaus tolle und spannende Zeit und zwar mit allen Höhen und Tiefen. Klar war nicht alles Gold was glänzt: Da waren die normalen Probleme eines jeden Pupertierenden – Herz, Schmerz und dies und das, der gemeinsame Kampf gegen die Lauchhauer Nazis und dann die „Anwohnerplage“ die schließlich damit endete, dass das Gelände eingezäunt wurde und wir außerhalb der Öffnungszeiten z.B. den Grillplatz und den Sportplatz nicht mehr nutzen konnten…

Und nun 20 Jahre später und 10 Jahre nach dem ersten Revival sind die Widrigkeiten von damals vergessen und es zählen nur noch die schönen Erinnerungen. Es war ein absolut toller Event und um 04:30h am Sonntag morgen bin ich mit einem breiten Grinsen über die „Schulwiese“ nach Hause geschwebt …Vielen Dank an das Orga-Team um Susann, Achim und Joki!

Danach konnte an diesem Wochenende nichts mehr schiefgehen. Und in der Tat, als ich am nächsten Tag mit meinem Freund Markus in den Maulwurf ging (den Laden gab’s vor 20 Jahren auch schon) um live den VfB gegen die Frankfurter Eintracht zu sehen, war nicht nur Speis und Trank klasse …

…der VfB gewann sogar überraschenderweise mit 2:0 und das auch noch in Unterzahl (verdient) ab der 10 Minute. Dass dann noch das Bewerbungsgespräch am Montag äußerst positiv verlief ist nur noch eine Randnotiz und über allem lachte die Sonne…

  1. ja ich weiß, aber als ich anfing diesen Post zu schreiben hörte sich das gut an und deshalb lass‘ ich das jetzt so. []
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2 Responses to Heimspiel

  1. Alida says:

    Auf meinem Ipad sieht dein Blog irgendwie kaputt aus.

  2. foxxi says:

    Das ist so gewollt 😀

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