Black Swan – (FT am Friedrichshain)

Ich komme gerade aus dem Kino und eigentlich sollte man ja etwas sacken lassen bevor man sich dazu äußert, aber die fantastische Musik von Tschaikowskis Schwanensee geht mir gerade nicht mehr aus dem Kopf und dann schreib‘ ich’s eben gleich auf …

Also, ein Ballettfan werde ich trotzdem nicht, aber Schwanensee war das erste und einzige Ballet was ich als Kind einmal gesehen hatte, das ist wahrscheinlich so‘ ne Art Pflichtprogramm und das ist auch gar nicht schlimm, jedenfalls ist mir die Story bekannt und das ist nicht das Dümmste um den Film …hmmm …zu mögen. Aber warum sollte man ihn nicht mögen? Er ist düster, er hat einen gewissen Psychothriller-Touch, er enthält eine leckere Sexszene und mit der göttlichen Natalie Portman und dem genialen Vincen Cassel zwei meiner Lieblingsschauspieler. Frau Portman spielt die Rolle der ängstlichen, verklemmten und komplexbeladenen Primaballerina sowas von authentisch, also zumindest für eine Laien authentisch, dass man jede Sekunde ihre Schmerzen und ihre Zweifel nachvollziehen kann, bis man am Schluss schließlich das Gefühl hat in ihrem Körper zu stecken und den Tod als logisches und erlösendes Ende begreift. Ein furioses Finale mit tollen Bildern und der wunderschönen Musik Pjotr Iljitsch Tschaikowskis…

Kritik? Klar! Der Film ist, anders als in mancher Publikation behauptet,  mitnichten ein Horrorfilm, nicht mal ein Thriller. Es geht einzig und allein um den selbstzerstörerische Leben einer Künstlerin. Zu plakativ vielleicht die gluckenhafte Rolle der Mutter (auch großartig Barbara Hershey). Die ausgemusterte Vorgängerin (Winona Ryder), die zunächst Ninas Idol ist, aber eigentlich ihre „Endstation“ verkörpert und schließlich Lilly (Mila Kunis) die Rivalin, die schlussendlich dafür sorgt, dass Nina ihren grandiosen, wenn auch tragischen Erfolg erreicht. Auch nicht gerade überraschend ist die Figur Thomas Leroy (Vincent Cassel), ein besessener Despot mit mehr als grenzwertigen „Motivationsmethoden“, er hat kein sexuelles Interesse an Nina er will sie lediglich provozieren um „seinen“ Star zu bekommen. Die gesamte Handlung ist sehr vorhersehbar und das Ende ist bereits in der Mitte des Films absehbar, auf eine Überraschung wartet man vergeblich. Trotzdem hat es Darren Aronofsky (wieder einmal) geschafft ein schönen und auch kurzweiligen Film zu zaubern, oder war das nur diese göttliche Musik?

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