Machete (Cubix am Alexanderplatz)

Vorgestern war es endlich soweit. Ich wußte natürlich um die „Herkunft“ des Machete-Kults, einen eigenständigen Film habe ich allerdings bis zuletzt eher als Vaporware wahrgenommen und als dann der Release-Termin feststand war ich kaum zu halten. Verwunderlich, dass es nun doch gedauert hat, aber jetzt hab‘ ich ihn gesehen und kann gleich sagen – Ich bin völlig begeistert!!

Ok, der Film birgt keinerlei überraschende Wendungen, komplizierte Symbolik, erhobene Zeigefinger etc. er ist einfach nur roh und plakativ. Wie zu erwarten wird das ganze Exploitation- und Grindhousezierat aufgefahren. Die Frauen sind äußerst sexy, die Kanonen groß und glänzend und die Blutfontänen sind exorbitant. Herrliche Details wie Überwachungsmonitore in Kreuzform in der Sakristei runden das Setting ab. Auch musikalisch ist das Ganze nahezu perfekt. Zum Beispiel die großartige Schießereiszene in der Kirche, die mit einem wunderschön getragenen Ave Maria unterlegt ist oder der Sound im Mutter-Tochter-Pool-Video der einem sofort einen 70iger Jahre Porno assoziiert – einfach großartig. Die deutsche Synchronisation ist überraschend gut, die Pointen funktionieren wahrscheinlich in jeder Sprache. Trotzdem ist der „2. Durchlauf“ (der sehr bald ansteht) dem Original versprochen, schon allein der Originalstimmen wegen.

Obwohl sich die Story ohne Schnörkel, d.h. mit Auslassungen und Logiksprüngen rasant fortentwickelt ist der Hintergrund alles andere als belanglos. Die „Bösewichter“ haben alle ein Ziel, einen möglichst dichten Grenzzaun zwischen den Vereinigten Staaten und Mexico. Da wäre der größenwahnsinnige Senator John McLaughlin (Robert De Niro), für ihn ist der Zaun nur ein populistisches Mittel für seine Wiederwahl und in seinen Handlungen wähnt er sich über dem Gesetz. Er wird von seinem Spin-Doctor Michael Booth (Jeff Fahey) instrumentalisiert, welcher für den (Drogen-)Boss der Bosse Rogelio Torrez (Steven Seagal) arbeitet. Dessen Interesse an einer möglichst dichten Grenze liegt an der preissteigernden Wirkung auf die Preise seiner in die USA geschmuggelten Drogen. Unterstützt werden sie von Von Jackson (Don Johnson), dem Führer einer national-chauvinistischen Bürgerwehr, die Jagd auf illegale Einwanderer macht und das aber wörtlich. Dabei muss man ihm immerhin zugutehalten, dass er sich nicht gegen seine Überzeugung korrumpieren lässt. Alle diese Motive sind in der Realität kaum von der Hand zuweisen und sind eine einzige Anklage gegen die bigotte Einwanderungspolitik an der südlichen Grenze der USA. Natürlich geht der Film nicht in die Tiefe, aber er zeigt doch auf, wie abhängig z.B. die Wirtschaft in der Grenzregion von „illegalen“ Einwanderern ist und damit die ganze Doppelzüngigkeit des Systems. Desweiteren ist es ein kaum verhohlener Hinweis, auf die „Macht“ die das Heer der „Illegalen“ darstellt …

Alles in allem einfach ein klasse Film und der augenzwinkernde Abspann mit den beiden Sequel-Ankündigungen könnte man sich durchaus vorstellen…

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