Alice Cooper’s Theater of Death

Eigentlich bin ich unwürdig einen Abend wie den gestrigen zu werten, aber ich werd’s einfach mal versuchen. Ich musste ziemlich recherchieren um herauszufinden, wann ich Herrn Cooper zum ersten Mal live gesehen habe, es war 1991 zur Hey Stoopid Tour in der Stuttgarter Hanns-Martin-Schleyer-Halle. Ein zweites Mal war es 1997 in Berlin und nun hab‘ ich’s wieder einmal geschafft dem Meister meine Aufwartung zu machen.

Das Vorprogramm war hochkarätig besetzt. Los ging’s mit Eisbrecher, die ja hierzulande mittlerweile einen sehr guten Ruf in schwarzen Kreisen genießen…

Sehr druckvoll und eingänglich, natürlich lässt sich der Rammsteineinfluss nicht leugnen, aber das passt alles und macht Lust auf mehr.

Weiter gings mit Tarja (Turunen)

…und man muss es einfach konstatieren, Tarja ist Nightwish und da beißt die Maus keinen Faden ab. Als die ersten Klänge von Nemo erklangen kochte die Halle und alles schwelgte in Nostalgie und insofern war Tarja genau der richtige Supportact für ein ganz besonderes Stück Nostalgie – Mister Alice Cooper und sein ‚Theater of Death‚ …

Und es knallte von der ersten Sekunde als das Theater mit „School’s Out“ begann und nach 90 Minuten wiederum (und sehr ungewöhnlich) mit dem selben Kracher endete. Dazwischen lag ein Feuerwerk an Rock’n Roll und Bühnenaction das seinesgleichen sucht. Der Ablauf ist natürlich nicht sonderlich neu, Herr Cooper wird öfters gemeuchelt um in neuer Garderobe wiederzukehren um sich erneut entleiben zu lassen. Technisch natürlich sehr zeitgemäß und musikalisch vom Feinsten …

Alice Cooper Setlist Max-Schmeling-Halle, Berlin, Germany 2010, Theatre Of Death

Natürlich war nicht alles Gold was glänzt, doch bis auf die etwas verhunzte Version von „Poison“ kann man dem großen Meister keinen Vorwurf machen. Wie es mein Freund David beschreibt, das Problem liegt in der exzessiven Produktion der Studioversion dieses Songs, die man in dieser Form kaum auf die Bühne bekommt und ich kann mich dumpf daran erinnern, dass es beim ersten Mal genauso war …nein, ein wenig enttäuschend war das nicht so zahlreich vorhandene Publikum und die dadurch etwas laue Stimmung. Vielleicht lag’s auch am eher fortgeschrittenen Alter des Auditoriums, jedenfalls war nur unmittelbar vor der Bühne eine adäquate Lobpreisung des Meisters spürbar. Alice Cooper ist jedoch erfahren genug mit soetwas umzugehen und so wurde es eine routinierte Vorstellung, die natürlich begeisterte aber nicht zur totalen Verzückung führte.

Wie immer gibt es hier ein paar Bilder (nach unten scrollen, ich muss ja auch mal ein wenig angeben :-)).

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