The Road (FT am Friedrichshain)

Also ich frage mich ernsthaft warum man so einen Film dreht, bzw. ihn sich auch noch ansieht. Die gesamte Filmlänge über nur Tristesse, Depression und völlige Hoffnungslosigkeit und das auch noch mit Ansage …

Dabei ist das ganze Setting eigentlich wirklich gut, ich mag‘ ja diese Endzeitschinken und ein paar mal assoziierte ich die Umgebung mit Spielen wie Fallout oder S.T.A.L.K.E.R. . Auch die Story an sich gibt was her: Ein Vater versucht mit seinem Sohn, in der Hoffnung auf ein besseres Leben, die Küste zu erreichen. Die Welt ist vollkommen zerstört, alle Tiere und Pflanzen sind tot, die Erde stirbt. Wie es soweit gekommen ist wird nicht thematisiert, die Überlebenden hungern und die Suche nach Lebensmitteln beherrscht ihre kümmerlich Existenz. Gefahr droht von Überlebenden, die sich dem Kannibalismus hingegeben haben. Soweit so gut …

Aber man bekommt keinen Pulitzer Preis für einen stylischen Mad-Max-Aufguss, das ganze dient freilich als Kulisse für ein herzzereissendes Drama um Hoffnung, Entmenschlichung, Einsamkeit und das jeweilige Gegenteil dieser Substantive. Mir ist das alles viel zu plakativ und vorhersehbar – Schade eigentlich, den irgendwie habe ich das Gefühl hier wurde etwas an die falsche Sache verschwendet.

Ich denke, dass man in diesem Fall wohl eher das Buch lesen sollte, wenn man sich gern in Depressionen suhlt. Der Film kann das einfach nicht rüberbringen. Aktionen, insbesondere die des Kinds, sind teilweise völlig daneben um jeden Anschein eines „aktiven“ Überlebenswillen zu vermeiden und das macht den Film für mich zumindest noch unerträglicher.

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2 Responses to The Road (FT am Friedrichshain)

  1. shan_dark says:

    Ich hatte ja versprochen, meinen Eindruck zu dem Film bei dir zu posten – vllt. mach ich aber auch noch mal einen eigenen Beitrag dazu auf meinem Blog. Wobei…so richtig „wert“ ist es dieser Film nicht.

    Ich gebe dir recht: eigentlich eine gute Story, aus der man aber wesentlich mehr hätte machen können.

    Positiv fand ich die Darstellung der Katastrophe, also ich konnte mich da gut reinversetzen, mir vorstellen, dass es tatsächlich unsereins passiert. Ich fand die Gegenstände, Orte und Handlungen usw. eben nicht so futuristisch abgehoben wie in manch anderen Endzeitschinken (wie bei Mad Max z.B.). Der Menschheit geht es wirklich dreckig, die Erde ist fertig und was bleibt ist absolute Hoffnungslosigkeit. Selten so einen tristen, deprimierenden Film gesehen. Selbst als Gothic war mir das schon zu viel.

    Aber die Umsetzung des Films war echt…naja, zum Teil ziemlich unglaubwürdig. Besonders die „spannenden Szenen“ wurde immer so schnell aufgelöst zugunsten der beiden Protagonisten, dass man gar nicht begriffen hat, wie die jetzt z.B. aus dem Kannibalenhaus so schnell flüchten konnten, warum die MadMax-Bande dann problemlos weitergezogen ist, der Mann, der ihn mit Pfeilen beschossen hat, was ist aus denen denn geworden? Warum wurde das überhaupt gezeigt, wenn es nicht aufgelöst wurde? Also die Begegnungen mit der Gefahr fand ich voll doof umgesetzt. Nicht nachvollziehbar, nicht spannend, z.T. sinnlose Szenen. Der Film zog sich dadurch auch etwas. Das Ende fand ich soweit OK und auch die schauspielerische Leistung von den beiden.

    Aber ist jetzt kein Film, den ich groß empfehlen würde. Dagegen hatte jeder Mad Max-Film mehr Biss! Und Biss ist genau das, was The Road fehlt. Das einzige, was ich aus dem Film mitnehmen konnte war: Sch…, wenn es eine Katastrophe geben wird, dann sehen wir alle ganz schön alt aus…

  2. foxxi says:

    Ich schreib‘ ja diese Rezensionen nur damit ich in 20 Jahren weiß wie ich heute den zukünftigen „Klassiker“ fand 🙂

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