Ohne Ende …

Das Schlafen überbewertet ist hatten wir ja schon thematisiert und in diesem Sinne hab‘ ich dann also gestern versucht mein Schlafbedürfnis zu unterdrücken. Der Plan war den Tag so senkrecht wie möglich zu fristen um dann zu einer „vernünftigen“ Zeit in die Waagrechte zu gehen …nun, wie gesagt das war der Plan und Pläne finde ich persönlich sowieso ziemlich Scheiße!

Nachdem ich mich dann etwas restauriert hatte habe ich zunächst einmal den Freiburger Hausberg „Schauinsland“ gestürmt. Ok, per Tram, Bus und Bergbahn und nicht wie diese Spinnersportlichen Zeitgenossen mit Fahrrad oder per pedes, aber immerhin habe ich mich vorbereitungslos in die Natur begeben und das auch noch bei Sonnenschein…

…um mir, dann nachdem ich wieder in der Zivilisation war, eine feiste Currywurst mit Pommes Rot-Weiß und Cola in der Mensa 3 in die Figur zu schaufeln. Schließlich hatte ich 2 Tage lang mich quasi nur flüssig ernährt und mich äußerst viel bewegt. Auf diese Currywurstbude hatten mich die Kollegen schon länger aufmerksam gemacht und ein Besuch war überfällig …

…und ich kann nur sagen, dass meine berlingestählte Currywurstexpertise für dieses Etablissement in den höchsten Tönen ausfällt. Alles perfekt, ein Besuch lohnt sich wirklich. Das die da auch diese „Scharf-schärfer-am Schärfsten-Nummer“ des Unterschichtenfernsehens abziehen darüber kann ich hinwegsehen zumal auf der Karte so nette Sachen stehen wie „Mantaplatte“ oder „Currywurstapokalypse“ (8 Würste mit 8 Wodka). Das hat alles eine solide Qualität und ist nicht unbedingt selbstverständlich in einer Studentenstadt in unmittelbarer Nähe zur Uni. Selbstverständlich gibt es auch eine vegetarische Currywurst *schauder*…

Schließlich zog sich der Himmel rabenschwarz zusammen und das ganze Breisgau erwartete das große Unwetter …in der Freiburger Innenstadt bestand dieses dann aus ca. 15 großen Regentropfen und einer Böe, die eine leere Plastiktüte aufwirbelte sowie einer Abkühlung von ca. 0,36°C (oder muss man das in °Kelvin ausdrücken?). Nachdem sich das Unwetter gelegt hatte beschloss ich doch noch ein wenig auszugehen und zwar in’s Café Atlantik, nachdem ich ein Plakat sah, welches auf eine Veranstaltung hinwies die eine Band namens The Dead Brothers ankündigte. Ein würdiger Ausklang für so ein Wochenende und genau richtig um die Sonntagsdepression zu kultivieren (die sich ja aufgrund des Schlafmangels nicht so richtig einstellen wollte).

Das Café Atlantik ist wirklich ein klasse Schuppen und es ist schade, dass ich das erst jetzt gemerkt habe, nachdem mein Engagement hier nicht mehr allzulange geht. Zwar gab es Sonntags um diese Zeit keine Küche mehr, aber die Speisekarte ließ erahnen, dass man hier durchaus gute Grundlagen zum Bierchen erwarten kann. Musste ich also etwas mehr trinken und das fiel bei der Auswahl an gepflegten Getränken nicht sonderlich schwer. Überhaupt ist das Atlantik ein Laden ganz nach meinem Geschmack, so etwas zu besitzen wäre mein Lebenstraum …

Die Vorband war eine Mischung aus Musikern mehrerer Straßbourger Bands unterstützt von ebenfalls französischen Studenten der örtlichen Hochschule. Nett, aber für meinen GeschmackZustand etwas zu zahm, zu folkig eben zu ruhig und das konnte ich so gar nicht brauchen, doch wofür wurde der Kaffee erfunden? …Und das wachhalten war absolut wichtig, denn die Dead Brothers aus Genf sind der absolute Knüller …

In der Gracenote-DB ist ihre Musik als „unclassifiable“ getagt und das ist auch gut so …Bluegrass und Blues sind eindeutig, wenig Jazz, ein wenig Rock’n Roll, ein Schuß Chanson und Klassik …irgendwie eben nicht greifbar – nur depressiv, aber dabei komisch und launig zugleich, mit anderen Worten: Ganz großes Tennis!

Und dann war es mir schlussendlich auch Wurscht, als ich gegen 01:15 zurück ins Hotel lief, schließlich war ich glücklich…

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