Und Irland so: Yeah!

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Am 13.06. letzten Jahres habe ich die Iren beglückwünscht, dass sie diesem Machwerk von „EU-Verfassung“ eine Absage erteilt hatten. Dann habe ich mich noch darüber aufgeregt wie undemokratisch, ja eigentlich wie unverschämt sich Steinmerkel und der Bonsainapoleon darüber echauffiert hatten. Nun haben die Iren dem „reformierten“ Machwerk also zugestimmt. Lupenrein demokratisch natürlich, aber das kennen wir ja …man macht einfach solange weiter bis die richtige PR-Masche gefunden wurde um auch noch den letzten Standhaften umzukegeln so wie hier z.B..

Gut, ich bin mir ziemlich sicher: Damals haben die Iren nicht dagegen gestimmt, weil sie das Ding gelesen haben und für schlecht befanden, genausowenig wie sie jetzt dafür gestimmt haben, weil sie die „Überarbeitung“ gelesen und für gut befanden.

Ich habe mal versucht dieses bürokratische Monster zu lesen, schon allein die angewandte Juristensprache ist eine Frechtheit und dient eher der Verschleierung als der Transparenz. Ich habe es aufgegeben, aber ich habe ja auch mal versucht „Mein Kampf“ zu lesen und bin schon beim Überfliegen gescheitert. Ich bin überzeugt, dass ein solches Geschwurbel ganz schnell zu dauerhaften Gehirnschäden führt und schon nach wenigen Seiten den Intelligenzquotient nachhaltig absenkt. Jedenfalls ist auch das Destillat, welches dankenswerter Weise von verschiedenen Seiten angeboten wird (kein Link, Quelle immer mitrecherchieren, Querlesen!), nicht gerade dazu angetan in helle Begeisterung auszubrechen. Und wenn man z.B. die „europäischen“ Ideen zu Sicherheit vs. Freiheit anschaut kann man schon Beklemmungen bekommen, also ich zumindest.

Wie auch immer, darum geht es ja eigentlich gar nicht. Was mich besonders abgestoßen hatte waren Juni letzten Jahres die Kommentare die den Iren vorwarfen, sie wären unfair. Sie hätten sich durch die EU-Subventionen gesund gestoßen und würden sich nun aus der Verantwortung stehlen. Ja, es ist natürlich richtig, dass  Irland sich mithilfe von massiven Finanzspritzen seit dem Beitritt 1973 vom Armenhaus zum „keltischen Tiger“ gemausert hat. Wie das geschah ist auch nicht gerade schmeichelhaft: Mittels massiver Steuergeschenke, Subventionsversprechungen und „unbürokratischer“ Arbeitsgesetzgebung wurden internationale Konzerne ins Land gelockt und der „Finanzplatz“ Irland etabliert. Dass den Iren genau dies nun gewaltig auf die Füße fällt und sie mit zu den größten Verlieren der Wirtschaftskrise werden lässt mag der Hauptgrund sein warum sie Vorgestern nun doch „reumütig“ JA zum Lissabon Vertrag gesagt haben, zu verlieren haben sie ehedem nichts mehr.

Machen wir’s kurz: Die EU (nicht Europa!), ist eine internationaler Wirtschaftsverband. Nicht ein Europa der Bürger, ein Europa der Unternehmen ist das vorrangige Ziel ihrer lautesten MarktschreierAkteure und nun überlegen wir mal, wer denn am Entstehen des „keltischen Tigers“ am meisten profitiert hat und wer in der Krise am meisten Angst hat, dass das Volk etwas merken könnte?

Na?… Also ich  z.B. nicht. Aber ich bin ja auch kein institutioneller Anleger, korrupter Politiker, Hedgefonds, kapitalmarktabhängiger Großkonzern, Shareholdervaluefetischist, oder Ewigeswachstumprediger …sondern nur ein abhängig angestellter Bürger!

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