Danke für's Gespräch …

Johnny Haeusler (Spreeblicker und Werber) hat sich herabgelassen zum Volk zu sprechen …

“ Es hat mehrere Gründe, warum ich im Gegensatz zu vielen anderen Bloggern und Twitterern bisher kein Wort über die aktuelle, auch hier in Bannern beworbene Vodafone-Kampagne verloren habe.“

Na dann lass‘ hören …

„Ich habe mit ihr inhaltlich nichts zu tun, sie regt mich weder genug an noch auf, um darüber zu schreiben, und letztendlich hat Vodafone hier Banner gebucht, mehr nicht.“

Ach so, na dann …

„Beratung kostet extra und findet, wenn wir sie überhaupt leisten wollen, nicht in Spreeblick-Artikeln statt.“

Hähh?

______________

Dann folgt ein Plädoyer gegen Internetzensur, die Versicherung auch weiter aktiv dagegen vorzugehen und eine Replik auf die andauernde Verhöhnung der eigentlichen Zielgruppe durch subalterne Vodafoneangestellte ….so weit so gut …

Ich bin mir sicher, dass Haeusler & Co. nicht sehr zufrieden sind über das was ihnen Vodafone da eingebrockt hat, ich habe auch keinen Zweifel, dass die Ausführungen ernst gemeint sind …nur nützt das alles gar nichts, wenn man nicht den Arsch in der Hose hat einem solchen Idiotenladen wie Vf ein gepflegtes „Leck mich …“ entgegen zu brüllen.

Die Demokratiefeinde im Parlament und ihre willigen Helfer feixen sich eins, wenn sie sehen was hier in diesem einstmals für sie angsteinflössenden Bloggersdorf passiert. Zum Glück, so der Tenor, sind die Blogger genauso käuflich und neigen zur Verblödung wie der Rest der Bevölkerung, besser noch: Sie liefern uns für relativ kleines Geld sogar noch freiwilig die Argumente – also keine Panik im Parlament – Business as usual!

Ich wiederhole mich (un-)gern nochmal. Man wirbt nicht nur für einen Zensurprovider, nein es ist auch die Kampagne selber, die eine Position wie die des Herrn Haeusler befremdlich und unerträglich macht. In dieser werden gezielt die Menschen umworben, denen man vorher in die Fresse getreten hat, im Falle der Fa. Vodafone sogar mit Anlauf.

In den Kommentaren zu diesem  Gelaber wurde es treffend angesprochen, jeder Vergleich mit Blogs zu Werbung in Print und TV verbietet sich, will man als Blogger glaubwürdig erscheinen und damit, meine Herren Haeusler, Lobo, Lumma & Co. ist es nach dieser Stellungnahme nicht weit her! Alles Geseier von Zwängen, Trennung von Werbung und Content etc. ist in diesem Umfeld völliger Bockmist, denn gerade von Blogs erwartet man Authentizität und keine 2-stelligen Renditen.

– Ausreden sind wie Arschlöcher, jeder hat eins (Sgt. O’Neill, Platoon) –

Don Alphonso bringt Herrn Haeuslers Aussage wie immer treffend auf den Punkt. Ferner teile ich die auf Rebellenidyll geäußerte Meinung, dass nicht Vodafone die Debatte zur Internetzensur beendet haben will sondern die Adnation-Blogs, welche Vodafone eine Werbeplattform bieten. Anders als F!XMBR ist für mich die Debatte allerdings nicht erledigt, sie geht jetzt erst richtig los …nur eben ohne Haeusler & Konsorten!

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3 Responses to Danke für's Gespräch …

  1. Vielklang says:

    Servus,

    das haut mich nun um – selbst die Eidgenossen unterliegen dem Überwachungswahn…

    http://www.mmnews.de/index.php.....total.html

    Grüße

  2. creezy says:

    au man, das ist immer so verdammt schwer dein blog zu lesen, schwarzer background, rote schrift 100% kontrast.

    kannst du uns alle nicht leiden? ,-)

    zu dem ganzen vodafone-auf-allen-blogs-gesülz: würden wir alle noch in die kirche gehen, würden wir alle nicht bloggen. das ist alles so abstrus, das man es noch radikal nennen muss, wie hier menschen glauben das recht zu haben anderen zu erzählen, was sie zu tun und zu lassen haben.

    d-alphonso ist das das absolute alphatier und im grunde schon nicht mehr auf der gesunden ebene taktierend. der kann nur noch gegen häusler schießen, sehr viel mehr kann er aber eben auch nicht mehr. sprung in der platte.

    der spreeblick-artikel bringt vodafone eine diskussion zu einem thema auf deren seiten, die sie zum nachdenken zwingen wird. wie sie handeln ist fraglich. aber sie lernen gerade, dass man im web nicht mal eben so agiert, weil man wirklich feedback bekommt und zwar feedback, dass alle die im gleichen raum unterwegs sind mitbekommen und zur kenntnis nehmen.

    das ist gut!

  3. foxxi says:

    Zu 1.
    Ist in Arbeit, dauert aber noch ein Weilchen 😉

    Zu 2.
    Ich bin ziemlich überzeugt davon, dass Vodafone nichts lernt, denn sie wissen, bzw. wussten vorher schon was sie damit auslösen würden.

    Es ist, wie ich bereits schrob, eine ganz einfache Überlegung: „Wie viele Leute vergrätze ich und wie viele Leute erreiche ich?“

    Web 2.0, Blogs, Twitter usw. davon hat langsam der letzte Alm-Öhi etwas mitbekommen, aber den Zusammenhang „Blogs-Kinderpronographie-Zensur“ (z.B.!), diese Kurve bekommen (bis jetzt) die wenigsten hin. Und genau darauf setzen Werber.

    Creezy, ich bin es echt so was von leid immer wieder Verständnis aufzubringen und mich in jeder Hinsicht politisch korrekt auszudrücken und zu verhalten. Ich will niemandem erzählen was er zu tun und zu lassen hat. Aber ich habe hier kein Forum um gediegene Dialektik zu betreiben oder verständnisvolle Diskussionen zu führen. Deshalb rede ich Tacheles zu dem was ich denke, in der Hoffnung der eine oder andere beschäftigt sich näher mit den angesprochenen Thematiken.

    Ich kann meine Enttäuschung insbesondere über Johnny Haeusler gar nicht in Worte fassen, deshalb bin ich froh dass es so etwas, wie einen Don A. gibt der das schreibt was ich eigentlich denke und der auch einen dementsprechende Reichweite hat. Nur so ist es vielleicht möglich Lieschen Müller dazu zu bringen sich zu informieren und dann auch das „Richtige“ zu tun.

    Momentan, und das betrifft bei Leibe nicht nur die Vodafone-Geschichte, habe ich wirklich manchmal das Verlangen jemanden zu verprügeln, so sehr kotzen mich manche Umstände und deren verursachende Akteure an. Insbesondere deshalb, weil eben diese Typen genau mit dem Desinteresse und dem kurzen Gedächtnis derer rechnen, denen sie vorher in die Fresse getreten haben …

    … was Spreeblick et al. angeht, belasse ich es (vorerst) jedoch mit gewaltloser und rein verbaler Missachtung 🙂

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