Es geht weiter …

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als gestern im Parlament die Zensur des Internets beschlossen wurde fühlte ich nur noch Wut, buchstäblich ohnmächtige Wut. Da ich allerdings mit zwei Kollegen verabredet war, musste ich diese Wut hinunterschlucken, was mir dank Bier, Tequilla und lauter Musik im King Calavera am Hans-Albers-Platz in Hamburg, St. Pauli einigermaßen gelang. Als ich dann, nicht mehr nüchtern, gegen 23.30h im Hotel aufschlug las ich noch schnell ein paar Reaktionen zu dem was unsere angeblichen Volksvertreter mit bodenlosem Leichtsinn, Dummheit und grenzenlosem Populismus Stunden vorher angerichtet hatten.

Und angesichts solcher Verlautbarungen, wie die des aus meiner Sicht völlig verblödeten Herrn Dörmann steigerte sich meine Wut in einem solchen Ausmaß, dass es schon körperlich zu spüren war. Ja, ich wollte Blut sehen – eine namentliche Abstimmung, also existiert eine Todesliste. Ich fing an einen haßerfüllten Text zu tippen in dem ich dieses elende Pack dieser Koalition der Idioten verfluchte und ihnen den Krieg erklärte. Irgendetwas hielt mich jedoch zurück, wahrscheinlich der Alkohol, der mich nach einer gewissen Einwirkzeit immer ein wenig melancholisch stimmt … jedenfalls entsann ich mich des guten Brauchs, wenigstens eine Nacht darüber zu schlafen …

… nun,  24 Stunden später bin ich immer noch wütend, aber klarer im Kopf und daher habe ich meine Gedanken etwas besser im Griff, als gestern, am Tag als unsere Regierung die Demokratie verriet!

Ich habe das die letzten Wochen mehrfach gesagt, es geht um nichts Geringeres als die Bürgerrechte, die Basis jeder demokratisch, freiheitlichen Ordnung, so wie bis gestern noch bei uns in Deutschland mit seinem Grundgesetz.

Wieder einmal fangen demokratisch gewählte Politiker an aus niedrigen Beweggründen und grenzenloser Naivität heraus, eben jene Demokratie zu beschneiden, der sie ihre Existenz verdanken. Ich vergleiche die Situation ohne mit der Wimper zu zucken mit den letzten Jahren der Weimarer Republik die schließlich 1933 mit dem Ermächtigungsgesetz für Hitler endete. Historiker werden jetzt natürlich aufheulen, aber war es nicht so, dass die Demokraten Schritt für Schritt von Ihren Prinzipien abwichen, immer mit der Maßgabe „so schlimm wird es schon nicht werden“. Wenigstens waren die Sozialdemokraten damals noch echte Demokraten. Aber die schwarze Pest gab es damals schon …

Ich kann von Lieschen Müller nicht verlangen, dass sie nicht den Schlagzeilen von großbuchstabigen Zeitungen glaubt oder die grenzdebilen Realitysoaps und Castingelends des Unterschichtenfernsehens als das wahre Leben ansieht. Aber von einem Politiker, der mich als Teil des Volkes vertreten und mich vor solchen Zuständen schützen soll, von diesem verlange ich ein Mindestmaß an Weisheit, Weitblick und vorallem die Fähigkeit über den eigenen kleinen Tellerand zu blicken um das große Ganze zu verstehen.

Auch jetzt möchte ich nicht wiederholen, was Andere bereits gesagt und teilweise ganz hervorragend auf den Punkt gebracht haben. Ich kann aus keiner Partei austreten und ich kann auch niemandem von diesen Pestbeulen meine Stimme entziehen, weil ich es schon längst getan habe. Aber solange man mich läßt (und das ist seit gestern nicht mehr selbstverständlich) werde ich versuchen die Menschen, die es noch nicht begriffen haben was die Stunde geschlagen hat aufzuklären, denn vielleicht ist es noch nicht zu spät. Ich werde hoffen, dass Karlsruhe diesen Gesetzesspuk beendet und ich werde mich noch mehr für den Erhalt der Bürgerrechte, der Freiheit und der Demokratie einsetzen.

Aus meiner Sicht gibt es kein besseres System als die freiheitlich, demokratische Grundordnung unseres Landes, nur ein Großteil unserer Politiker, die diese Ordnung beschützen sollten, ist satt, dumm und faul. Zwei Legislaturperioden und die Vollversorgung ist im Kasten. Sie haben keinen Respekt und vorallem keine Angst mehr und das müssen sie wieder bekommen oder sie werden ersetzt. Ein kleiner Teil dieser Kaste weiß jedoch nur zu gut, wie der Hase läuft und diese gilt es zu entlarven, bevor sie mit ihren skrupellosen Machtgelüsten der Allgemeinheit noch größeren Schaden zufügen können.

Das wird die Aufgabe der nächsten Wochen und Monate, eigentlich sogar der nächsten Jahre sein. Den wir sind die erste Generation, die die Folgen des Treibens dieser „Eliten“ auszubaden hat, wenn wir jetzt nicht dagegen angehen … und ja, zur Not auch mit anderen Mitteln, den sie dürfen nicht „obsiegen“ …

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