Bedingungslos?

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Don Alphonso hat gestern auf seinem Rebellmarkt begründet warum er gegen das bedingungslose Grundeinkommen ist, folgerichtig ergoss sich hernach ein Kommentarflut über sein Blog, in deren Verlauf eine Diskussion allererster Güte entstand. Dem Ganzen setzte er heute in seinem FAZ-Blog noch eins drauf – auch hier bitte (für Bloglesernewbies) den Diskurs dazu lesen.

Ich habe die Petition für das bedingungslose Grundeinkommen mitgezeichnet und zwar aus dem Grund, den einige der Kommentatoren beim Don ebenfalls anführen, die Diskussion darüber anzufachen bzw. am Laufen zu halten. Profunder ausgedrückt natürlich (u.a.) beim Spiegelfechter. Auch ich setzte hinter das Wort ‚bedingungslos‘ noch einige Fragezeichen und meine Meinungsbildung ist nach wie vor im Gange.

Nachfolgend möchte ich ein paar Schlagworte, bzw. Thesen aufgreifen, die mir in diesem Zusammenhang zu denken geben. Ich bemühe hier die Ablage- bzw. Aktennotizfunktion meines Blogs, d.h. die folgenden Ausführungen können diskutiert werden, sie müssen es aber nicht, denn sie dienen mir lediglich als Gedächtnisstütze.

1. Hartz IV
Das bedingungslose Grundeinkommen (ich nenn‘ das jetzt bGE, das ist einfacher…) ist durchaus mit der Transferleistung nach Hartz IV vergleichbar nur:

ohne sich gänzlich mittellos zu machen
ohne behördliche Schikane
ohne den ganzen Verwaltungsaufwand

2. Die 20:80-Gesellschaft
Sehr gut zusammengefasst ebenfalls vom
Spiegelfechter auf Telepolis. Die Theorie habe ich im Studium aufgegriffen und sie erscheint mir schlüssig. Ich denke wir werden (ceteris paribus) diesen Weg gehen.

3. Was ist Arbeit?
Der Begriff „Arbeit“ schickt sich an eine negative Besetzung zu erfahren. In der Tat ist doch die Zahl derer, die mit ihrer Arbeit unzufrieden sind allen Anscheins nach sehr hoch (bitte alle Quellen selber ergoogeln, ich schreibe hier nichts was nicht irgendein „Professioneller“ nicht bereits gesagt hat). Desweiteren kenne ich niemanden der mit einem millionenschweren Lottogewinn sich ein für alle mal auf die faule Haut legen würde, aber jeder würde tun was ihm Spaß macht. Und diese „spaßmachende Tätigkeit“ firmiert sehr oft unter dem Begriff „Arbeit“.
Selbstverständlich ist „spaßiges“, selbstbestimmtes Arbeiten ohne Erwerbsdruck  nicht nur an das Vorhandensein eines großen Vermögens gekoppelt, je nach individuellem Bedürfnis oder besser ökonomischem Anspruch kann man dies verwirklichen. Das bGE soll ein gutes und würdiges Leben ermöglichen, wer mehr will muss (i.d.R.) eben mehr Kompromisse zu Ungunsten des Spaßes machen.

4. Schlecht bezahlte Arbeit
Was mich völlig madig macht ist die Tatsache, dass ausgerechnet die wohl wichtigsten, aber bestimmt auch „unspassigsten“ beruflichen Tätigkeiten miserabelst bezahlt sind. Ich denke hierbei vorallem an die Pflegeberufe. Wenn es nach der Wichtigkeit der Aufgabe geht müssten diese Jobs bezahlt werden wie Vorstandsposten. Diese wiederum sind in ihrer momentanen Ausprägung so unwichtig, dass eine „Aufwandsentschädigung“ gerade gut genug wäre (ich wollte eigentlich „seriös“ bleiben). Natürlich gibt es weitaus mehr Pflegepersonal als Vorstandspersonal was aber auch nur zur Folge haben sollte, dass sich die Gehälter auf ein vernünftiges Mass reduzieren. Bei den momentanen Bezügen des Pflegepersonals würde das aber für die Vorstände Zero bedeuten.
Das bGE könnte hier das „Dazuverdienen“ und damit den Pflegeberuf (alternativ: Frisör, Pizzafahrer etc.) attraktiver und stressfreier machen.

5. Nicht bezahlte Arbeit
Gibt’s ja haufenweise: Der ganze Kunst- und Kulturbetrieb z.B. oder so etwas unnützes wie Kindererziehung (!). Im ersten Fall würden nicht nur die Schaffenden davon profitieren, sondern auch die Konsumierenden, die gar keine Zeit mehr haben vor lauter Erwerbsarbeit. Morgens aufstehen und sich ohne schlechtes Gewissen zu überlegen ob man zur Arbeit oder ins Museum geht – das wär’s!

6. Star Trek
Nur eine Frage der Zeit! Korreliert übrigens fantastisch mit der 20:80-Gesellschaft.

So und jetzt müssten noch die ganzen Kontrapositionen kommen, aber ach … da les‘ ich einfach bei Bedarf bei Don Alphonso nach!

To be continued (without much doubt) ….

Update: Geht schon los …der Link auf den von Don Alphonso inkriminierten Artikel von Tim Pritlove. Der muss zu dieser Sammlung schon dazu, schon wegen der Kommentare.

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