Top-5-Listen-Stress

Ich mag Nick Hornby und natürlich war das erste Buch, welches ich von Ihm las „High Fidelity„.

Das Konzept der Top-5-Listen fand ich schon immer faszinierend. So faszinierend, dass ich es jahrelang als Feature auf meiner Homepage kultivierte, allerdings ziemlich erfolglos. Dies lag nicht etwa nur an der geringen Besucherzahl sondern auch an der eigentlichen Crux dieser Listungen. Man ist nie zufrieden mit dem was man in solchen Listen angibt.

Hornby beschreibt sehr anschaulich und nachvollziehbar wie sein Held versucht eine in der Eile dahingesagte Top-5-Liste wieder rückgängig zu machen. Dabei bringt er die Fragerin an den Rand des Wahnsinns, solange bis sie ihm steckt, dass sich kein Schwein für seine Top 5 interessieren wird1.

Konfrontiert mit der Aufforderung persönliche Tops und Flops zu benennen führt gewöhnlich zu schwerwiegenden inneren Konflikten. Dabei geht es um nichts Geringeres als über die entscheidende Frage nach der Intelligenz, Coolness, Hippigkeit, Seriosität, Integrität usw. des Befragten. Für manche wird eine solche Frage ganz schnell zur Gretchenfrage.

Man möchte ja auch um jeden Preis den Verdacht von sich weisen einem Mainstream anzugehören und wenn doch, will man wenigsten erläutern wieso. Warum findet jemand Sarah Connor gut?  Weil es bei ihm/ihr nicht mal zum Hauptschulabschluß gereicht hat, weil er/sie 10 Jahre alt ist, weil er/sie lobotomiert wurde usw.. Die Schilderung des Hintergrunds macht die Antwort für den Befragten erst befriedigend. Selbstverständlich leuchtet mir auch ein, dass dies nicht der eigentliche Zweck solcher Umfragen ist. (Mir leuchtet aber leider auch der Zweck nicht ein.)

Im Blog Coffee And TV gibt es nun schon im zweiten Jahr die Gegenveranstaltung zum Bambi2 den ‚Aufguss 2008‚. Und wie schon im letzten Jahr, bin ich wiederum an diesen essentiellen Fragen gescheitert.

Im Gegensatz zur Ignorierung des Aufguss 2007 habe ich aber nun beschlossen mich diesen Fragen zu stellen und zwar so wie man sich einem Stöckchen entgegenstellt – indem man sich erklärt. Ich mache das natürlich ausser Konkurrenz, den eigentlich will dass ja niemand wirklich wissen3.

1 Hier hilft es das Buch gelesen zu haben.
2 Kommt übrigens aus der gleichen Klitsche wie diese Blog-Community hier (Brisanz!)
3 Außerdem kann ich mit den Preisen nichts anfangen

I. Album des Jahres

Ich glaube ich habe noch nie soviel Geld für CDs ausgegeben wie 2008, allerdings kaufe ich CDs hauptsächlich aus optischen Gründen und fast ausschließlich Limited Editions. Ich möchte den Besuchern meines Heimes Reichtum und Musikwissen vorspiegeln. In Wahrheit werden alle Tonträger gerippt und auf dem Mp3-Player abgespielt. Ich glaube ich habe zuletzt vor ca. 100 Jahren die letzte CD aufgelegt. Insofern könnte ich vielleicht die (optisch) schönsten Alben angeben, aber vom Inhalt her: Keine Ahnung!

II. Song des Jahres

Sehr schwierig: Ich höre kein Radio und schaue auch keine Musiksender. Wenn ich Tanzen gehe, dann meistens dahin, wo Musik aus besseren Tagen läuft. Ich kenne keine Charts und ich bin daran auch nicht interessiert. Ich habe somit null Plan, was angesagt ist. Die vielen CDs kaufe ich der Künstler wegen, weil ich dabei davon ausgehe, dass zumindest ein Teil davon sehr hörbar ist. Wenn ich mir einzelne Songs besorge, dann meistens ältere, die mir gerade wieder einfallen.  Die Frage könnte ich schon deshalb nicht beantworten, da ich keinen Lieblingssong habe, den ich immer hören könnte. Die Songfrage in Abhängigkeit von der Stimmung zu beantworten wäre hingegen einfacher.

III. Band des Jahres

Nach welchen Kriterien soll man das beantworten?

IV. Solokünstlerin des Jahres

Gut, das ist einfach: Emilie Autumn natürlich, wer sonst?

V. Solokünstler des Jahres

Klaus Nomi, der ist zwar schon 27 Jahre tot, aber ich habe genauso lange gebraucht ihn zu entdecken.

VI. Liveact des Jahres

Nur eine Nennung, das geht gar nicht. Mal abgesehen von WGT und M’era Luna könnte ich mich nicht zwischen KISS und EA entscheiden. Und da waren noch The Mission, L’Âme Immortelle, ASP, New Model Army …

VII. Newcomer des Jahres

The Acco Lade

VIII. Musikvideo des Jahres

Gibt’s sowas noch? Das lief doch früher auf dem heutigen Dauerklingeltonwerbesender. Nee, also wirklich, das ist ja megaout (oder?).

IX. Film des Jahres

Shoot‘ Em Up, schon allein aufgrund der Fickszene! Dicht gefolgt von Burn After Reading und Willkommen bei den Sch’tis, ich habe mir schon lange keine Komödien mehr im Kino angeschaut.

X. Beste Fernsehserie

24‚ ist ja nun endgültig bei mir durchgefallen und sonst schau‘ ich keine Serien im Fernsehen an, nur auf DVD und dann sind sie zu alt für diese Wertung hier.

XI. Beste Fernsehsendung

Tracks auf ARTE (wenigstens eine Antwort wie aus der Pistole geschossen)

XII. Bestes Blog

Rebellen ohne Markt, Don Alphonso ist einfach unschlagbar!

XIII. Beste Website

Amazon, da lass‘ ich am meisten Kohle liegen, also muss die gut sein.

XIV. Beste Zeitschrift

Kinkats (wieder wie aus der Pistole geschossen!)

XV. Buch des Jahres

A Long Way Down, raten Sie bitte von wem …;-) (Ich habe „Feuchtgebiete“ nicht gelesen)

XVI. Person des Jahres

Ich, wer sonst?

XVII. Depp des Jahres

Ich, wer sonst?

XVIII. Wort des Jahres

Change! (…oder muss es ein deutsches Wort sein?)
change

XIX. Unwort des Jahres

Bankenrettungspaket

XX. Bestes Album, auf das man seit 1993 warten musste

Vielleicht Guns’n’Roses – Chinese Democracy? Immerhin glaube ich seitdem auch wieder an Duke Nukem Forever!

So, jetzt geht’s mir besser. Da man bei Coffee And TV ja nicht alle Felder ausfüllen muss, hätte ich vielleicht doch eine Chance mitzumachen …mal sehen!

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