Süßer Flashback

Zum guten Ton in einem schwäbsichen Haushalt mit angeschlossenem Garten gehört es, dass dort gedeihende Obst möglichst vollständig einer Verwertung zuzuführen. Das Essen von Früchten direkt vom Baum oder Strauch ist nicht nur erwünscht sondern geradezu gefordert. Desweiteren kann es nicht sein, dass man es dabei belässt, nein, ernten muss sein. Denn schließlich warten eine Menge Rezepte der Großmütter darauf verwirklicht zu werden um damit das Wissen um die Herstellung von Marmeladen (Gsälz), Muse, Kuchen usw. zu konservieren und in die nächste Generation zu befördern.

Wir Schwaben sind darin notgedrungen federführend, denn: „S’wär scho schad wenn’s omkomme dät!“

Letztes Wochenende waren dann die Äpfel dran und ich war justament gerade in Stuttgart, also genau richtig um dieses Kindheitstrauma aufzuarbeiten. Am Leichtesten fällt einem die Arbeit wenn man dabei in positiven Erinnerungen schwelgt und mit 4029 hat man davon schon so einige.

Eine dieser Erinnerungen hat nun nichts mit einer meiner Großmütter zu tun (obwohl, so genau weiß ich das gar nicht) sondern war eine Idee meiner Mutter (nehmewill ich mal annehmen) das in dieser Zeit in Unmengen anfallende Apfelmus in eine alternative Darreichungsform zu übertragen. Der sagenhafte Apfelmuskuchen!

Ich habe diesen Kuchen gestern nachgebaut, mit gekauften Zutaten, den die am Wochenende geernteten Äpfel werden samt und sonders zu Saft und Most verarbeitet.

Dieser Kuchen ist sehr einfach herzustellen und schmeckt einfach gigantisch. Man benötigt:

  • 2 Tortenböden (am Besten mit Rand und aus Bisquit)
  • 700 – 1.000 gr Apfelmus
  • 350 gr Schokolade für die Couverture

Bei diesem Kuchen wird nichts gebacken deshalb gibt es auch keinen Teig zum Schlecken (es sei den man macht den Bisquit selber, aber wozu die Mühe?). D.h. eigentlich reichen für die Couverture auch 300 gr Schokolade, jedes weitere Gramm ist für das echte, erwachsene Kuchenbackgefühl.Was man damit macht erklären die Bilder:

apfelmuskuchen_make

Und das Ergebnis kann sich wirklich sehen (und schmecken lassen):

apfelmuskuchen apfelmuskuchen_2
  1. Die Schrift ist natürlich Quatsch, doch ich will das nächste Woche für einen Geburtstag machen und wollte üben.
  2. Bei dieser Art Tortenboden passt locker 1 kg Apfelmus drunter, hier nicht sparen, was beim Zudecken rausläuft kann man auch schlecken.
  3. Wenn man es aushält sollte man diesen Kuchen vielleicht 1-2 Tage stehen lassen, damit sich das nasse Mus in den Bisquit „frisst“, dann wird’s noch leckerer.
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